Mitglieder lehnen Sponsoring ab
23. March 2007
Den Mitgliedern wurden zunächst die eindrücklichen Fortschritte, die der Verein seit seiner Gründung im Sommer 2005 zu verzeichnen hat, vom Vorstand aufgezeigt. Es folgte dann eine Präsentation über die finanzielle Situation des fangeführten Clubs.
Drei der insgesamt fünf von den Mitgliedern bzw. vom Vorstand gestellten Anträge hatten die Bereinigung einiger numerischen Ungereimtheiten in der Satzung zum Zweck. Bei den anderen beiden handelte es sich jedoch um Grundsatzfragen, die es zu klären galt.
Beim ersten Antrag hatte der Vorstand beantragt, zur neuen Saison ein neues Trikot herauszubringen. Nach einer Diskussion, bei der einige Mitglieder die Befürchtung zum Ausdruck brachten, der Verein würde seine Prinzipien bereits unter dem Druck des Kommerz über Bord werfen wollen, wurde abgestimmt. Mit 89% der abgegebenen Stimmen wurde der Antrag angenommen. Bei den meisten Mitgliedern überwog wohl der Gedanke, durch das neue Trikot die Vereinskasse zu entlasten. Da der Verein keinen Gewinn anstrebt, würden dabei sämtliche Einnahmen zurück in die Vereinsarbeit fließen. Außerdem sei man nicht verpflichtet, das neue Trikot zu kaufen, was z.B. bei einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrags nicht der Fall wäre.
Gegenstand des zweiten kontrovers diskutierten Antrags war der Vorschlag, Sponsoring auf der Trainingsausrüstung der Mannschaft zuzulassen, wie es noch während der ersten Saison teilweise der Fall war. Diesmal sollten jedoch die Vereinsmitglieder bestimmen, ob Werbung auf den Trainingsanzügen bzw. -sweatshirts erlaubt werden soll oder nicht. Viele Mitglieder waren angesichts der aktuellen finanziellen Situation des Vereins und des langfristigen Ziels, in ein eigenes Stadion zu ziehen, für den Antrag. Die Mietkosten für das Stadion des FC Bury an der Gigg Lane sind hoch. Außerdem verdient der Verein am Catering nichts. Deswegen sind manche Mitglieder bereit, Sponsoring in einem gewissen Umfang zu akzeptieren. Andere hingegen lehnen jegliche Form des Sponsorings auf Trikots und sonstiger Ausrüstung strikt ab. Es müssten andere Möglichkeiten gefunden werden, um Geld in die Kasse zu bringen, hieß es. Nach einer sehr guten Diskussion wurde der Antrag schließlich knapp abgelehnt (49% dafür, 51% dagegen).
Wichtig dabei war jedoch die Erkenntnis, dass solche Grundsatzentscheidungen nicht von irgendwelchen gewinnorientierten Vereinsbesitzern, denen der Verein selbst egal ist, sondern von den Mitgliedern getroffen werden. Der FC United of Manchester gehört seinen Fans. Eine Konstellation, die in England eher die Ausnahme als die Regel ist.
