Login

When Johnny goes marching down the wing, O'Shea, O'Shea!

06. March 2007

Nach der ersten Fanclubfahrt des FCUM Germany zum Heimspiel gegen Colne am 3. März kann man mit 100%-iger Sicherheit sagen, dass diese nicht die Letzte sein wird. Sechs Mitglieder und Freunde des Fanclubs sahen einen souveränen 6:2-Sieg des FC United of Manchester. Unter den 2.456 Zuschauern an der Gigg Lane in Bury waren außerdem 9 Fans aus Dortmund.

Sponsoren des Tages

(Foto: Andy McIntyre) Die "Sofawaffe" beim obligatorischen Fototermin

Für die Schalker unter uns fing das Wochenende mit der Heimniederlage gegen den HSV schlecht an. Mit der Droschke, die von Kumpel Paddy gelenkt wurde, wurde Minuten nach der Landung in Manchester der Irish Pub "O'Sheas" direkt angesteuert (welch passender Name, wie es sich später herausstellen würde!), da wir der Meinung waren, dass das Spiel vom irischen Sportsender Setanta live übertragen würde. Zum Glück stellte sich dies als Trugschluss heraus. Somit blieb uns die 2. Heimniederlage der Blauen hintereinander erspart. Den Frust spülten wir natürlich mit einigen Pints runter, aber schmecken tat es nicht wirklich.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann voller Erwartung nach Bury, wo der FC seine Heimspiele im Stadion des dortigen Viertligisten austrägt. In der Nähe vom Stadion gibt es mehrere Pubs, und wir gingen in den "Pack Horse". Dieser war recht voll, da sich alle das Spitzenspiel von "Big United" beim FC Liverpool anschauen wollten. Sogar auf der Theke wurde gesessen! Trotz Plastikbecher war die Stimmung sehr gut, und als John O'Shea in der Nachspielzeit das Siegtor machte, flippten alle aus. Was für ein Torjubel! Bierdusche pur war angesagt, als volle Pints durch die Luft flogen. Wildfremde Menschen umarmten sich und schrien wie die Bekloppten. Im Forum nachher meinten einige Leute sogar, dass sie eine solche Euphorie seit dem Sieg im Champions-League-Endspiel gegen die Bayern nicht mehr erlebt hatten. Soviel zum Thema, dass FC-Fans keine United-Fans mehr sind. Love United, hate Glazer!

Dass bei dieser Tour die gerade angefangene Diät etwas leiden musste, war von vornherein schon klar. Also ging ich mit Ex-Freundin Valerie in die Pommes-Bude, wo ich manchestertypisch Pommes mit Bratensoße bestellte. Hätte ich die Soße weggelassen, hätte ich bestimmt nicht wieder 200 Gramm zugelegt!

Danach gingen wir mit etwas Verspätung ins Stadion. Der FC hatte bereits zwei Treffer erzielt, die aber alle beide vom Schiri nicht gegeben wurden, als wir auf der Haupttribüne Platz nahmen. Somit war klar, dass es ein torreiches Spiel werden könnte. Die "Cölner" wurden dann entsprechend mit 6:2 vom Platz gefegt. Rhodri Giggs (ja, der Bruder von Ryan) wurde vom Sponsor zum Mann des Tages gewählt, aber für mich war Rory Patterson überragend. Dieser Mann könnte locker Profifußball spielen, Hoffentlich wird er aber dem FC lange erhalten bleiben.

Vom Spiel habe ich allerdings nicht allzu viel sehen können, da ich viel unterwegs war. Die ausländischen Fanclubs – also auch wir – traten als Match- und Spielballsponsor auf. Diese Funktion ist natürlich auch mit Pflichten verbunden, und so musste ich noch vor der Pause in die "Executive Lounge" gehen, wo man – wie es sich für einen fangeführten Verein gehört – das Bier natürlich selbst bezahlen muss, um mich bei einem weiteren Pint seelisch auf das offizielle Halbzeitfoto einzustellen. Danach ging ich mit Düsseldorf Red (Charlie) und Robbin aus Holland auf die Gegentribüne, wo ein Interview mit Swampy vom FCUM-Radio, das an jedem Spieltag im Internet per Livestream gehört werden kann, anstand. Swampy hatte jedoch etwas anderes vor und übergab Robbin und mir prompt das Mikrofon: Wir sollten die erste Viertelstunde des Spiels kommentieren! Da ich bereits einen leichten Bieranzug an hatte, zog ich es vor, nach 30 Sekunden das Mikro an Charlie weiter zu reichen, damit dieser seinen sich beim Freundschaftsspiel bei Lok Leipzig schwer erarbeiteten Ruf als schlechtesten Kommentator der Welt bestätigen konnte ;)

Nachdem ich 15 Minuten mit Swampy gequatscht hatte, fiel mir dann wieder ein, dass Valerie immer noch in der Lounge auf mich wartete. Hier wurde mir die ganze Lächerlichkeit der englischen Fußballgesetze deutlich vor Augen geführt. In Sichtweite des Spielfeldes darf man nämlich laut Gesetz keinen Alkohol trinken. Beim FC Bury wird die Lounge in der Mitte durch eine dreistufige Treppe getrennt. Im unteren Bereich kann man den Platz gut sehen. Oben aber muss man in die Hocke gehen, um das Spiel verfolgen zu können. Und deswegen darf man im oberen Bereich Bier trinken, im unteren jedoch nicht! So will es der FC Bury. Und das englische Gesetz natürlich. Wie schwachsinnig ist das denn?

Nach dem Spiel mussten Charlie, Robbin, eine junge Dame aus Kanada, Jens und Christian aus Dortmund und ich zum nächsten Termin, und zwar mit FCUM TV. Diesmal hatte Swampy wirklich ein Interview mit uns vor. Manch ein Interview-Partner hatte jedoch wegen der stattlichen Oberweite der Kanadierin leichte Konzentrationsschwierigkeiten, nicht wahr Dortmund?! Ich wurde eher von ihrer Betty-Boop-Stimme abgelenkt, aber ich bin eh nicht mehr zu retten.

Anschließend wurden wir im Waterloo-Pub von Vereinschef Andy Walsh besucht. Wir fühlten uns sehr wohl hier, auch wenn uns alle für Leipziger hielten, und es wurden viele Gespräche geführt. Gegen halb neun fuhren wir dann mit der lautesten Straßenbahn der Welt nach Manchester zurück. Hier trafen wir wieder auf Robbin, der in Begleitung von seinem Landsmann Rick aus Rotterdam und Michaela aus Braunfels, die gerade aus Liverpool zurückgekommen war. Michi hatte im Stadion wirklich geile Bilder von den Jubelszenen nach dem Spiel gemacht (Gary Neville!), und so haben wir im Hotel den Doppelsieg von FCUM und MUFC gebührend gefeiert. Zwei Vereine, eine Seele!

Stuart